Innere Medizin und Pneumologie

Patienteninformationen

Allergien auf Insektengifte

Noch wird die Gefährlichkeit von Insektengiftallergien stark unterschätzt. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Stich, so ist dieses für normal empfindliche Menschen zwar schmerzhaft, für Insektengiftallergiker aber dagegen lebensgefährlich. Neben einer Schwellung und Rötung der Einstichstelle bilden sich Quaddeln, begleitet von Juckreiz im gesamten Körper. Zusätzlich kann es zu Kreislaufproblemen, Atemnot und Übelkeit kommen – alles Anzeichen für eine Insektengiftallergie. Diese Reaktionen treten meist innerhalb von Sekunden bis Minuten auf und treffen den Patienten auch völlig unvorbereitet. Um im Extremfall einem tödlichen Verlauf vorzubeugen, muss die Insektengiftallergie rechtzeitig behandelt werden. Daher sollte zur weiteren Abklärung frühestens 6 Wochen nach einem Stich ein niedergelassener Arzt für Allergologie aufgesucht werden. Dieser wird im Blut die Reaktionsbereitschaft auf Bienen und Wespengift untersuchen und die Indikation zu einer Hyposensibilisierungsbehandlung stellen. 

Patienten, die auf Insektengift allergisch reagieren, sollten im Sommer ständig ein Notfall-Set griffbereit haben. Es enthält Medikamente für die sofortige Anwendung nach einem Insektenstich. Sie sollten auch immer einen Allergie-Pass bei sich tragen. Die Information über die Insektengiftallergie ist bei einem Stichereignis die Grundlage, so dass der Arzt schnellstmöglichst eine geeignete Maßnahme einleiten kann.  Die Gefahr von Insektengiftallergien wird auch heute noch oft unterschätzt.

Diese lebensbedrohliche Allergieform sollte zum Schutz des Patienten unbedingt behandelt werden. Mit der Hyposensibilisierung steht eine Therapie zur Verfügung, die neben einer raschen und lang anhaltenden Wirksamkeit auch den groß möglichen Schutz vor den Gefahren einer allergischen Reaktion mit einem erneuten Insektenstich bietet. 

Obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom

Das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom oder die Schlaf-Apnoe ist definiert als eine Atemstörung, die durch Atempausen von mindestens 10 Sekunden Dauer im Schlaf mit einer Häufigkeit von mehr als 5 Atempausen/Schlafstunde gekennzeichnet ist. 

Die Häufigkeit des Schlaf-Apnoe-Syndroms beträgt ungefähr 4 % bei den Männern und 2 % bei den Frauen. Auch Kinder können betroffen sein. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom führt zum einen zu Tagesmüdigkeit, zum anderen zu hohem Blutdruck und kann auch Herzinfarkte und Schlaganfall sowie Herzrhythmusstörungen verursachen. Symptome können neben der Tagesmüdigkeit auch morgendliche Kopfschmerzen, eine Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen, Depressionen und Potenzstörungen sein. Häufig bemerkt der Partner nächtliche Atempausen und lautes Schnarchen. 

Die Diagnose wird im Schlaflabor gestellt. Als Therapie kommen bei leichten Formen eine Kieferaufbissschiene nachts und gelegentlich chirurgische Maßnahmen in Betracht wie z. B. die operative Entfernung von Atemhindernissen wie vergrößerte Gaumenmandeln. Bewährt haben sich die CPAP- oder BiPAP-Atemmasken in der Nacht. Darunter versteht man ein Beatmungsgerät, das mittels einer Maske den Kollaps der Atemwege durch eine Überdruckbeamtung in der Nacht behebt und einen normalen Schlafrhythmus wieder herstellt. Mehr als 90 % der Patienten sprechen auf diese Behandlung an. 

Cheyne-Stoke’sche Atmung

Die Cheyne-Stoke’sche Atmung ist eine an- und abschwellende Atmung mit langen Atempausen. Sie kommt gehäuft vor bei Patienten mit Herzschwäche, aber auch mit Nierenschwäche (Harnvergiftung) sowie bei Patienten mit Schlaganfall. Bei Patienten mit Herzschwäche kann diese Atmung durch eine nächtliche Überdruckbeatmung oder auch durch Sauerstoffgabe behoben werden und damit unter Umständen das Herz- und den Gesamtorganismus entlasten.

Restless-legs-Syndrom

Das Restless-legs-Syndrom ist eine häufige chronische neurologische Erkrankung  charakterisiert durch schwer zu behebende unangenehme Sensationen (Gefühle) in den Beinen und seltener in den Armen. Die Beschwerden machen sich vorwiegend gegen Abend, bei ruhigem Sitzen oder im Bett liegend bemerkbar und zwingen den Patienten wieder aufzustehen und herum zu gehen, in schweren Fällen fast die ganze Nacht. Das Restless-legs-Syndrom kann zu ausgeprägten Schlafstörungen führen.

Narkolepsie

Die Narkolepsie ist eine neurologisch bedingte Funktionsstörung der schlaf-wach-regulierenden Zentren. Zur Auslösung der Erkrankung wirken genetische Veranlagungen und andere äußere Faktoren zusammen. Die Narkolepsie ist eine chronische Krankheit, die lebenslang bestehen bleibt. Sie führt zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit zu vermehrtem Nachtschlaf und schwerer Erweckbarkeit. 

Es kommt häufig bei Patienten zum ungewollten Einschlafen oder zu kurz andauernden Attacken von Muskelschwäche, was sich äußern kann im Weichwerden in den Knien oder sogar in einem vollständigen Fallen. Diese Attacken können ausgelöst werden durch Lachen oder plötzliche Freude oder Ärger sowie eine Überraschung. Der Patient ist dabei nicht bewusstlos. Die Narkolepsie kann im Schlaflabor diagnostiziert werden und eine symptomatische Therapie kann empfohlen werden.

Lungenkrebs

Zur Diagnose eines Lungenkrebses steht eine moderne Bronchoskopieeinheit zur Verfügung.

Zur Diagnostik steht ein modernes Ultraschallgerät  für den Einsatz in den Bronchien zur Verfügung um die Ausdehnung eines Lungenkrebses zu diagnostizieren, des weiteren steht eine hochmoderne Röntgenanlage zur Verfügung, mit der in Kombination mit einer Brochoskopie auch kleine in der Peripherie gelegene Herde erreicht werden können. Außerdem können mit der Bronchoskopie auch z.B. in den Bronchien Gewebe weggelasert werden.  

Die Abteilung für Pneumologie arbeitet eng mit dem Leiter der ambulanten Onkololgie zusammen.  Zusammen werden Konzepte, die über den stationären Aufenthalt des Patienten hinausgehen individuell für Patienten mit Lungenkrebs erarbeitet.

Lungenemphysem

Bei Lungenerkrankungen, die mit einer Sauerstoffpflichtigkeit einhergehen, steht eine moderne Sauerstofftherapie zur Verfügung und der Patient kann sich bei uns über verschiedene Sauerstoffsysteme für den Heimbedarf informieren und sie ggfs. ausprobieren, so dass dann für den Heimbedarf das passende Sauerstoffsystem verordnet werden kann. Sollte Sauerstoff alleine nicht ausreichen, weil der Körper Kohlendioxyd (Abfallstoff) nicht abatmen kann, so kann eine Maskenbeatmung über Nacht notwendig werden. Hier besteht ein Schwerpunkt der Abteilung in der Anpassung und Einleitung einer solchen Therapie (Heimbeatmung).

Eine weitere Möglichkeit besteht in der minimal-invasiven Lungenvolumenreduktion, das heißt es werden endoskopisch, das heißt ohne Operation Ventile mit dem Bronchoskop in die Lunge eingesetzt, die durch ein Lungenemphysen zerstörte Anteile der Lunge ausschalten, so dass der noch gesunde Anteil der Lunge mehr Platz hat und sich die Belastbarkeit der Patienten deutlich bessert.

Für Patienten mit Mukoviszidose/zystischer Fibrose kann die regelmäßig notwendige antibiotische Therapie selbstverständlich in Kombination mit krankengymnastischen Übungen geleistet werden.

Entzündungen der Lungen und der Bronchien

Bei den entzündlichen Erkrankungen der Lunge steht eine moderne medikamentöse Therapie zur Verfügung. Sollte eine Beatmungstherapie notwendig sein, so wird diese selbstverständlich vorgehalten. Sollte eine Ursachensuche der Lungenentzündung in seltenen Fällen notwendig werden, so steht eine moderne Endoskopie (Bronchoskopie)-Einheit zur Verfügung. Sollte die Entzündung in seltenen Fällen durch eine Tuberkulose bedingt sein, so ist hier die Möglichkeit zur Einbettzimmerbehandlung selbstverständlich gegeben.

Heimbeatmung

Es gibt verschiedene neurologische Erkrankungen, insbesondere Erkrankungen der Muskeln wie die Myasthenia gravis oder Erkrankungen wie die amyotrophe Lateralsklerose, die dazu führen, dass die Atemmuskulatur geschwächt ist und so der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann bzw. das Kohlendioxid als Abfallprodukt des Körpers abgeatmet werden kann.  Die Atemmuskulatur stellt nämlich den Blasebalg dar, der den Sauerstoff in den Körper hereinführt und das Kohlendioxid wieder herausführt. Solche Erkrankungen können dazu führen, dass sich das Kohlendioxid im Körper anreichert und den Körper letztendlich vergiftet. Es gibt aber auch Wirbelsäulenverkrümmungen und Lungenerkrankungen, die die Lunge so schwer schädigen, dass auch hier die körpereigene Muskulatur nicht ausreicht, um das Kohlendioxid abzuatmen.  Um eine Vergifung des Körpers mit Kohlendioxid zu verhindern, gibt es die Möglichkeit, nachts über eine Maske an einem Beatmunsgerät zu atmen, das die Aufgabe der Atemmuskulatur übernimmt, so dass morgens das Kohlendioxid abgeatmet ist und der Patient frisch in den Tag starten kann.  Das Antrainieren an ein Heimbeatmungsgerät und die weitere Betreuung des Patienten wird bei uns auf Station 2 durchgeführt. Dieses ist ein Verfahren, das nicht in allen Krankenhäusern angeboten wird, da es Spezialkenntnisse voraussetzt. Auf unserer Station 2 erwartet sie ein Spezialteam von Ärzten und dafür ausgebildeten Krankenschwestern.

Schulungen

Die Klinik für Pneumologie hat einen DMP-Vertrag für Asthma und COPD mit der AOK geschlossen. Dadurch können Schulungen in den Räumen der Klinik Oldenburg für Betroffene mit Asthma und COPD durchgeführt werden, so dass diese Menschen in die Lage versetzt werden mit ihrer Erkrankung bestmöglich zu leben und sich selbst auch zu helfen. Begleitend wird eine Sportgruppe für Lungenerkrankte angeboten. 

Schulungsleiterin Annelie Saggau
Asthma- und COPD-Trainerin

  • Wir vermitteln Wissen - Was ist Asthma ?    
  • Selbstkontrolle - Peak-Flow-Meter-Messung   
  • Selbstmanagement - Wie reagiere und handele ich angemessen

Der Sinn einer Schulung zu Asthma und chronischer Bronchitis ist es, den Patienten dazu zu befähigen, in bestimmten Situationen seine Krankheit selbst zu managen mit einem Leitfaden, der ihm von seinem behandelnden Arzt vorgegeben ist. Es werden hier Techniken wie z.B. das Peakflow-Meter (Bild) erlernt, so dass eine Kontrolle über den Zustand der Erkrankung möglich ist und schnell und zeitnah reagiert werden kann mit ggf. einer Änderung der Medikation. Es wird ein Wissen über die gängigen Medikamente, die bei Asthma und COPD eingesetzt werden, vermittelt und auch deren Handhabung und Wirkungsprinzipien.  Zusätzlich erfolgt an einem Abend eine atemgymnastische Unterweisung, so dass auch mit bestimmten Atmungshilfen auf einen Luftnotanfall vom Betroffenen selbst reagiert werden kann. Außerdem werden Basiskenntnisse über den Aufbau der Lunge und der Bronchien sowie über das Wesen eines Asthma bronchiale oder einer chronischen Bronchitis vermittelt. Auch das Thema Allergien wird ausführlich behandelt. Durch Kleingruppenschulung ist in jeder Unterrichtseinheit viel Gelegenheit gegeben, um individuelle Frage zu lösen. Ebenso werden auch Lungenfunktionsgeräte kurz erklärt und somit evtl. die Scheu vor diesen Untersuchungen bei ihrem Arzt genommen.  Wir bieten Ihnen also ein strukturiertes Schulungsprogramm mit dem Ziel des eigenverantwortlichen Asthma-Managements! Die Kurse finden immer dann statt, wenn einige Teilnehmer über ihren Hausarzt angemeldet sind. Die Terminvereinbarung erfolgt dann individuell.

Bronchoskopie (Spiegelung der Luftwege)

Vor der Untersuchung werden mit einem Spray die Schleimhaut des Nasenrachenraumes, des Kehlkopfes und der großen Bronchien örtlich betäubt. Zusätzlich erfolgt die Gabe eines flüssigen Betäubungsmittels über einen kleinen weichen Schlauch über die Nase. Die Untersuchung erfolgt mit einer Schlafmittelspritze, so dass man nicht spürt. Nach Einführung durch die Nase kann das flexible Bronchoskop bis in die Bronchialäste von wenigen Milimetern Durchmesser vorgeschoben werden. Über den Instrumentierkanal des Bronchoskopes können mit Bürsten (Bürstenabstrich), Zangen (Zangenbiopsie) und Absaugkathetern Gewebeteile, Schleim und Spülmittel zur feingeweblichen und bakteriologischen Untersuchung entnommen werden. Es kann auch eine Blutung mit einem Argon-Beamer (eine Art Laser) gestillt werden. Die Untersuchung dauert zirka 3 - 5 Minuten. Das Endoskopieteam führt pro Jahr zirka 1400 Bronchoskopien durch.

Auch ein hochmodernerendobrochialer Ultraschall kann genutzt werden.Ebenso steht eine Kryosonde zur schonenenden Entnahme von Proben oder zum Entfernen von Fremdkörpern zur Verfügung.

Spiroergometrie und Bodyplethysmographie mit Diffusion

Unter der Spiroergometrie versteht man eine Fahrrad-Ergometrie kombiniert mit einer Lungenfunktionsuntersuchung. Dabei werden Sauerstoff-Aufnahme und Kohlendioxid-Abgabe gemessen. So kann das Symptom Atemnot bei Belastung unterschieden werden hinsichtlich seiner Ursache im Herz- oder Lungenbereich.

Lungenfunktionsprüfung

Bei der Lungenfunktionsprüfung versucht man kleinste Veränderungen in den Atemwegen zu erfassen. Sie ist nicht schmerzhaft und auch für Kinder nicht unangenehm. Bei der Lungenfunktionsprüfung werden mit unterschiedlichen Methoden das Lungenvolumen, die Lungenmuskelkraft und auch die Widerstände in den Bronchien bestimmt. Die Lungenfunktionsprüfung ist dem EKG des Herzens vergleichbar, in dem sie auch die Funktionen widerspiegelt, z. B. wie viel Luft ein Mensch in einer Sekunde ausatmen kann oder das Volumen von der tiefsten Ausatmung, das bis zur tiefsten Einatmung reicht. Um diese unterschiedlichen Volumina zu bestimmten, stehen in einer Art „Baukastenprinzip“ unterschiedliche Geräte zur Verfügung z. B. ein Spirometer oder ein Ganzkörperplethysmograph, in dem u.a. der Atemwegswiderstand registriert werden kann. Ebenso  kann die  Diffusionsfähigkeit des Sauerstoffes von den Lungenbläschen in das Blut bestimmt werden oder auch die Kraft der Atemhilfsmuskulatur. Eine Lungenfunktionsprüfung kann zur Diagnostik, aber auch zur Kontrolle von Lungenerkrankungen eingesetzt werden.