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23.01.2019, Oldenburg

Lungen-Expertin der Sana Klinik Oldenburg gibt Tipps zur körperlichen Betätigung von COPD-Patienten.

Dr. Iris Koper, Chefärztin der Pneumologie an der Sana Klinik Oldenburg, im Gespräch mit einer Patientin.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Lungenerkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Besonders stark fällt die Zunahme bei chronisch-obstruktiven Fällen aus, der sogenannten COPD. Davon sind bundesweit knapp sechs Prozent der Erwachsenen betroffen.
 
Unter COPD versteht man eine chronische Verengung der Atemwege aufgrund einer dauerhaften Schadstoffbelastung beziehungsweise einer Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien. Die COPD kann mit oder ohne Lungenemphysem auftreten. Bei einem solchen Lungenemphysem sind die Lungenbläschen, in denen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet, zerstört. Die Folge: Es wird weniger Sauerstoff über die Lungen aufgenommen, und der Sauerstoffgehalt im Blut nimmt drastisch ab. Das ohnehin erlebte Gefühl der Atemnot aufgrund der entzündeten Schleimhäute nimmt noch einmal deutlich zu, Patienten fühlen sich erschöpft und besonders bei sportlicher Aktivität sehr schnell belastet. Im fortgeschrittenen Stadium kann dann noch ein deutlicher Gewichtsverlust über stark vermehrte Atemarbeit hinzukommen.

Viele Patienten mit COPD sind unsicher, ob sie mit der Erkrankung Sport treiben können. Vor allem im Winter fürchten sie zudem eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes durch die Kälte. Dr. Iris Koper, Chefärztin der Pneumologischen Abteilung an der Sana Klinik Oldenburg, gibt Entwarnung: „Grundsätzlich dürfen auch COPD-Patienten Sport treiben. Es ist sogar ratsam. Je nach Schweregrad, Alter und gesundheitlichem Gesamtzustand eignen sich dazu vor allem Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern und Walking, Schwimmen, Gymnastik oder Tanzen. Auch leichtes Krafttraining kann positive Wirkungen haben.“ Ungeeignet erscheinen der Expertin laufintensivere Sportarten mit sich schnell wandelnden Belastungszuständen wie Tennis, Fußball oder Squash. Aufgrund des geringeren Sauerstoffgehalts in der Luft, sei auch von allen Arten des Höhensports abzuraten.

 

Studien belegen die positive Wirkung des Sports sogar bei Patienten mit schwerer COPD und Sauerstoffgerät. Denn der Sport regt die Atmung und die Durchblutung an und stärkt den Körper und seine Abwehrkräfte im Allgemeinen. Dennoch sollten Menschen mit COPD - insbesondere im fortgeschrittenen Stadium - zunächst mit einem leichten Training unter ärztlicher Einbindung beginnen. Geeignete Angebote gibt es unter anderem im Rahmen von Reha-Maßnahmen oder in spezialisierten Lungensportgruppen. Dr. Koper empfiehlt dabei insbesondere Patienten mit Atemnot folgende Grundregen zu beherzigen:

  • Nicht überanstrengen, und Anstrengung langsam steigern
  • Vor dem Sport immer erst ein bisschen mit leichten Dehnübungen aufwärmen
  • Notfallmedikamente bereithalten und, wenn möglich, mit einem Atemphysiotherapeuten die Atmung trainieren.

Körperliche Betätigung im Freien hält die Pneumologin für ratsam. „Frische Luft tut gerade auch im Winter gut, als Ausgleich zur trockenen Heizungsluft in geschlossenen Räumen“, sagt Dr. Koper. „Dabei sollten COPD-Patienten genauso wie gesunde Sportler allerdings an kalten Tagen besonders auf einen geregelten Wärmehaushalt achten, damit der Körper nicht auskühlt. „Je kälter es ist, umso leichter kühlt der Körper aus. Deshalb muss der Körperschweiß von entsprechender Kleidung weitergeführt werden, da nasse Kleidung sonst sehr schnell zu einer starken Unterkühlung führen kann“, betont die Pneumologin. Atmungsaktive Wäsche sei daher im Winter gerade für chronisch kranke Sportler sehr wichtig. Erst bei sehr kalten Temperaturen mit deutlichen Minusgraden rät Koper, die sportlichen Aktivitäten in die Halle oder das Wohnzimmer zu verlegen und es an der frischen Luft bei einem Spaziergang mit Schal vor dem Mund zu belassen.

Kontakt

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