Medizinische Schwerpunkte

Stationäre Schmerztherapie

Die stationäre multimodale Schmerztherapie (MMST)

Hier werden  bis zu acht Patienten mit chronischen Schmerzen in einer Gruppe über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen behandelt. Eine Behandlung ist möglich, wenn drei der Indikationsmerkmale für die MMST gegeben sind:

  • Manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und / oder der Arbeitsfähigkeit
  • Fehlschlag einer vorherigen unimodalen Schmerztherapie, eines schmerzbedingten operativen Eingriffs oder einer Entzugsbehandlung
  • bestehende Abhängigkeit oder Fehlgebrauch von Medikamenten
  • Schmerzunterhaltende psychische Begleiterkrankung
  • Gravierende somatische Begleiterkrankung

Zentral für den Erfolg ist die Bereitschaft des Patienten, aktiv an seiner Erkrankung und der Verbesserung seiner Lebensqualität arbeiten zu wollen.

Ein interdisziplinäres Team stellt eine für jeden Patienten individuell angepasste Therapie aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • Psychotherapie in Einzel- und Gruppengespräche
  • Schmerztherapeutische Gespräche
  • Medikamentöse Therapie
  • Psychoedukation
  • Physiotherapie im Einzel- und Gruppensetting
  • Entspannungstechniken
  • Kunsttherapie
  • Ergotherapie
  • Medizinische Interventionen

Ziel der Therapie ist die Entwicklung eines Krankheitsverständnisses auf der Basis des bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells, eine Verringerung der Schmerzen, die Optimierung der medikamentösen, nicht-medikamentösen Interventionen und die Verbesserung der objektiven und subjektiven Funktionsfähigkeit.

Kurz gesagt: eine Verbesserung der Lebensqualität!

Die Opiatentzugbehandlung bei Schmerzpatienten

Überwiegen im Rahmen einer Schmerzbehandlung negative Opiateffekte oder besteht ein Fehlgebrauch der Substanzen sollte zunächst eine Entzugsbehandlung erfolgen. Der Entzug behindert häufig eine MMST, so dass diese dann erst gegebenenfalls mit einem Abstand von einem Monat angeschlossen werden sollte.

Behandlung akuter Schmerzzustände

Für eine Behandlung von akuten, gravierenden Schmerzexazerbationen bei ausgewählten Krankheitsbildern, wie beispielsweise neu aufgetretenen Phantomschmerzen, Zosterschmerzen oder CRPS ist eine stationäre Behandlung möglich. Bei der Aufnahme ist eine Prüfung der Indikation durch die Schmerzmedizinier des ISZ zwingend notwenig.