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16.09.2020, Eutin

Wiederbelebungsmaßnahmen auch in Corona-Zeiten

Hilfsbereitschaft darf nicht leiden

Lena Varnhorn (rechts) und Christian Faller (links), leitende Ärzte der zentralen Notaufnahme der Sana Klinik Eutin, bei der Patientenversorgung im Schockraum der Notaufnahme in Eutin.

Erste Hilfe leisten ist unter „Normalbedingungen“ schon herausfordernd, in Corona-Zeiten umso mehr. Nach wie vor gilt der Grundsatz „Prüfen – Rufen – Drücken“ auch in Corona-Zeiten. „Obwohl die Angst vor einer möglichen Ansteckung groß sein kann, gibt es Möglichkeiten kompetent zu helfen & das Infektionsrisiko gleichzeitig zu reduzieren“, beruhigen Lena Varnhorn und Christian Faller, leitende Ärzte der Notaufnahme der Sana Klinik Eutin.
 
Leider beobachten Notfallmediziner derzeit einen Anstieg der Herz-Kreislauf-Stillstände, da oft zu spät medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird und gleichzeitig die Hilfsbereitschaft sinkt. „Bitte keine falschen Hemmungen“, appelliert Lena Varnhorn, die betont, dass es am schlimmsten ist, nichts zu tun. Viele Ersthelfer befürchten, sich bei den Wiederbelebungsmaßnahmen anstecken zu können. Um diese Angst zu nehmen, ist vermehrt auf einen Eigenschutz im Sinne des richtigen Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes zu achten.

„Die übliche Reihenfolge ‚Prüfen – Rufen – Drücken‘ bleibt unverändert“, erklärt Christian Faller. „Im begründeten Verdachtsfall sich selber mit Mund-Nasen-Schutz schützen und prüfen – bereits im geringsten Zweifelsfall Hilfe rufen – und beginnen zu drücken“. Hat man sich bei der Überprüfung der Atmung vorher noch nah zum Gesicht gebeugt, um diese zu überprüfen, sollte man sich nun auf die Beobachtung des Brustkorbes nach Überstrecken des Nackens konzentrieren. Hebt und senkt sich dieser, ist eine Atmung vorhanden. Ist dies nicht der Fall, folgt der nächste Schritt.

„Ist keine Brustkorbbewegung erkennbar, sofort den Notruf unter 112 wählen – auch im Zweifelsfall“, informiert Lena Varnhorn weiter, „dann beginnen Sie mit der Herzdruckmassage“. „Eine Mund-zu-Mund Beatmung oder Mund-zu-Nase Beatmung (Atemspende) ist bei Erwachsenen von untergeordneter Wichtigkeit und kann im Zweifelsfall unterlassen werden. Bei Kindern & Jugendlichen ist die Atemspende wesentlich wichtiger aufgrund der geringeren Kapazitäten der Lunge Sauerstoff vorzuhalten, bei Kindern & Jugendlichen sollte diese nicht unterbleiben.“ Bei allen Patienten egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener ist die konsequente und unterbrechungsfreie Herzdruckmassage das A & O für das Überleben.

Aus diesen Gründen ist es beiden Ärzten wichtig: „Auch wenn wir mehr Abstand zu einander halten, ist jetzt die Zeit näher zusammenzurücken. Trauen Sie sich, wenn Sie in die Situation kommen sollten! Sie können nichts falsch machen! Es bleibt bei prüfen – rufen – drücken, nur jetzt mit mehr Eigenschutz.“

Kontakt

Michael Hesse | Leiter Unternehmenskommunikation, Marketing & PR
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